Über uns


Kennt ihr eigentlich Seebühl? Das Gebirgsdorf Seebühl? Seebühl am Bühlsee? Nein? Nicht? Merkwürdig, keiner, den man fragt, kennt Seebühl! Womöglich gehört Seebühl am Bühlsee zu den Ortschaften, die ausgerechnet nur jene Leute kennen, die man nicht fragt? Wundern würde mich´s nicht. So etwas gibt´s.

Erich Kästner, Das doppelte Lottchen

Spätestens – allerspätestens – mit diesem Kinderbuch von Kästner fing meine Leseleidenschaft an. Und rückblickend bin ich mir ganz sicher, für mich war es ein Glück, in einer Zeit ohne Smartphone, iPad und Computer aufgewachsen zu sein! Denn hätte ich sonst meine Kindheit in der örtlichen Bücherei verbracht? Die langen Winter mit heißem Kakao, Butterbrot und meinen „Schmökern“ genossen? Das erscheint mir ziemlich unwahrscheinlich.

In meiner Laufbahn als begeisterte Leserin habe ich so manche Periode durchlaufen. Los ging es mit Bilderbüchern wie dem Struwwelpeter und der kleinen Raupe Nimmersatt, gefolgt von vielen herrlichen Kinderbüchern. Je älter ich wurde, desto sehnsüchtiger schielte ich in der Bücherei auf die Regale mit den Jugendromanen. Die durfte man aber erst ausleihen, wenn man mindestens dreizehn Jahre alt war. Die Wartezeit von meinem zwölften bis zum ersehnten dreizehnten Geburtstag wurde für mich zur nervenaufreibenden Geduldsprobe.

Es folgten viele Jahre mit Romanen, Gedichtbänden und Krimis. Ich war noch nie nur auf eine Kategorie festgelegt. Dann kam ein Lebensabschnitt, der mich weg von den Romanen und hin zu Sach- und Fachbüchern führte. Betriebswirtschaft, Psychologie, Buddhismus, Rhetorik, Hundeerziehung, ein ganzes Buch nur über das Stricken von Socken (ich hatte noch eine Rechnung mit meiner alten Handarbeitslehrerin offen), Reiseführer und Geschichtsbände – nicht zu vergessen, die Unmengen von Biographien. Eine wilde Mischung, ein Geist, der sich ständig weiterentwickeln wollte. Dann wieder zurück zu den Romanen und Krimis, diesmal auf Englisch, da ich diese Sprache tagtäglich für meinen Beruf benötigte.

Und heute? Gegenwartsliteratur, Klassiker, Gedichte, Krimis und Sachbücher – alles, was meine Sinne anspricht und mir entweder ein warmes und wohliges Gefühl bereitet oder meinen Geist weckt und schärft. Ich bewundere Schriftsteller, die es verstehen mit Sprache zu zaubern. Nur nicht zu kitschig, auf keinen Fall Fantasy – und auch Science Fiction wird man in meinen Regalen nicht finden. Ich sollte noch gestehen, dass ich Bücher hin und wieder spontan wegen ihres schönen Einbands kaufe. Inhaltlich sind derartige Käufe natürlich eine Art Überraschungsei. Ein Treffer nur in ungefähr jedem siebten Exemplar.

Vielleicht fragt ihr euch jetzt, warum ich einen weiteren Blog über Bücher ins Leben rufe? Was mich qualifiziert, über das Lesen zu schreiben und zu twittern? Ja, es gibt sehr viele (und sehr gute) Buchblogger. Es wird über jede Form der Gegenwartsliteratur, über Klassiker, Thriller und Erzählungen und nahezu jede Neuerscheinung geschrieben. An Informationen zu Buchinhalten und ausführlichen Rezensionen mangelt es also nicht. Jeder Blogger hat dabei seinen eigenen Stil, vertritt seinen subjektiven Geschmack. Ich bin eine Leserin, die zwischen vielen Genres wandelt. Eine Generalistin, keine Spezialistin, die sich ihrem eigenen Stilempfinden verpflichtet fühlt und die mit diesem Blog all diejenigen erreichen möchte, denen es ähnlich geht. Die Bücher lieben, weil sie ihnen so wunderbare Emotionen schenken, ihre Fantasie beflügeln und ihren Horizont erweitern.

Wer bis zu dieser Zeile gelesen hat, den heiße ich herzlich willkommen bei Haus Drei® Reviews.